RAG Einsatz- und Unterstützungszug

Entwicklung der Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Einsatz- und Unterstützungszug

Die Ausgangssituation in 2004 stellte sich so dar, dass im Rahmen der Transformation nahezu alle nichtaktiven Truppenteile aufgelöst wurden. Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr erweiterte sich erheblich, was nicht ohne Auswirkung auf die freiwillige Reservistenarbeit bleiben konnte. Doch wohin sollte die Reise gehen? Konkrete Vorgaben gab es kaum, lediglich die „neue Aufgabe ZMZ (zivil-militärische Zusammenarbeit)“ kristallisierte sich heraus. Dennoch versuchten viele Kameradschaften am alten Konzept festzuhalten. Der Vorstand der Kreisgruppe Südheide entschloss sich zu einem Mix aus beiden Varianten, d.h. weiteres Anbieten, wenn auch in stark verringertem Maße, von militärischer Ausbildung in Form von Schießausbildungen, gleichzeitig aber Start der ZMZ-Ausbildung. Ich machte daher dem Vorstand verschiedene Vorschläge für die Gestaltung dieser neuen Ausbildung im Bereich ZMZ, denn wie gesagt detaillierte Vorgaben gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aus den allgemeinen Informationen zur ZMZ Inland (I) und Ausland (A) ließ sich unschwer ableiten, dass es bei der ZMZ (I), unter anderem auch auf die Unterstützung ziviler Organisationen im Katastrophenfall hinauslief.

Für die Ausgestaltung dieser Ausbildung waren meiner Meinung nach jedoch personelle und inhaltliche Prämissen zu beachten:
1. Personelle Prämissen
Freiwilligkeit der Teilnahme, denn nur wer aus innerer Überzeugung dabei ist wird auch konsequent zur Stange halten. Nach Möglichkeit Vorkenntnisse in der Katastrophenvorsorge. Bildung von zwei Teileinheiten (Kreis Gifhorn und Helmstedt und Kreis Peine), die im jeweiligen Einsatzfall den anderen Landkreis unterstützen können; immerhin sollten wir den zivilen Organisationen (HIOG’en) nicht die Einsatzkräfte entführen und gerade Kameraden und Kameradinnen, die z.B. Mitglieder der Feuerwehren sind, würden sich voraussichtlich für diese Ausbildung interessieren. Bereitschaft sich als Reservisten gemäß Weisung Lkdo Nds (Landeskommando Niedersachsen), damals noch VBK (Verteidigungsbezirkskommando) 23, im Katastrophenfall zur Verfügung zu stellen.
2. Inhaltliche Prämissen
Herstellung eines einheitlichen Kenntnisstandes, Ausbildung und Einweisung auch in Grundfertigkeiten der zivilen Hilfsorganisationen; wie will ich als militärischer Vorgesetzter den Einsatz z.B. als Unterstützung der Feuerwehr bei einem Waldbrand verantworten, wenn ich meine Truppe vorher nicht wenigstens mit einer Mindest-Grundausbildung ausstatte. Einweisung in die Abläufe im zivilen Katastrophenschutzstab und in den KATAL des LKdoNI (damals noch VBK 23) in Kombination mit der Ausbildung „aller Truppen“ (a. Tr.) aus dem Bereich FMF (Förderung militärischer Fähigkeiten; heute : individuelle Grundfertigkeiten).
Sicherlich handelt es sich um sehr einschränkende Prämissen, sie erschienen mir dennoch nötig, da sich die Bundeswehr strikt an den Leitspruch „die Bundeswehr bildet keine Soldaten im Katastrophenschutz aus“ hielt. Für eine Genehmigung als DVag (Dienstliche Veranstaltung) war es daher nötig, die Ausbildung entsprechend zu gestalten und zu benennen. So plante ich SE (Selbstschutz)-Ausbildungen in Anlehnung an die ABC/SE-Ausbildung, die zivile

Ausbildungsanteile enthielt aber dennoch den militärischen Vorgaben genügte. So wurden folgende Ausbildungsinhalte aller Truppen ausgeplant:
· ABC/SE – Ausbildung a.Tr.
· Fernmeldeausbildung
· Pionierausbildung a.Tr.
· Sanitätsausbildung a.Tr.

Diese Ausbildungsinhalte wurden seit dem Jahr 2004 mit unterschiedlichen Gewichtungen in den Jahresausbildungsplan aufgenommen. Nach der „Gründungsphase musste die Personalplanung vorgenommen werden. Ich entwarf daher die Personalplanung für einen KatS (Katastrophenschutz) –Zug der Kreisgruppe Südheide, der Teileinheiten kongruent zu den kommunalen Landkreisen enthielt. Damit wurde von vorneherein ausgeschlossen, dass z.B. bei der Feuerwehr eingeplantes Personal eines Landkreises diese Einheit so schwächen, dass sie ihren Einsatzwert verloren hätte – es stand immer noch das Personal aus einem anderen Landkreis zur Verfügung!
Hierzu wurde zunächst in Listen erfasst, wer an den einzelnen Ausbildungen teilgenommen hatte. Da wir uns fast alle persönlich kennen, war eine Gewichtung recht einfach. Es war schnell zu erkennen, wer sich mit der Materie auseinandersetzt und aktives Interesse daran hatte. Letztendlich gab die Häufigkeit der Teilnahme ein wichtiges Indiz für die interne Einplanung. Nachdem das Personal durchgeplant war, musste die Ausbildung vorbereitet werden.

Hier bot sich ein Aufbau in Modulen an, d.h. Ausbildungsabschnitte die inhaltlich aufeinander aufbauten. Dies wurde im Rahmen der Ausbildung mehrfach deutlich gemacht, wiederholende Passagen machten jedoch auch einen Seiteneinstieg möglich. Angestrebtes Ziel war eine Großübung auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien, die schließlich am 1. April 2006 durchgeführt wurde.
Das konsequente Durchhalten der offiziellen Devise „die Bundeswehr bildet keine Soldaten im Katastrophenschutz aus“ führte unsere Ausbildung jedes Jahr wieder an den Punkt, was machen wir da eigentlich. Im Ergebnis sanken die Teilnehmerzahlen, sodass die weiterführende Beauftragung letztendlich an die Reservistenkameradschaft Herzog Ferdinand ging. Die Mitglieder dieser Kameradschaft stellten ohnehin gemeinsam mit dem Förderverein der Reservisten die Teileinheit (TE) Peine, daher war der Auftrag hier gut aufgehoben.

Nunmehr konnte ich die Pläne aus 2004 und 2005 entstauben und zum Einsatz bringen. Es ist natürlich auch sehr erfreulich, dass man nun sogar selbst im BMVg (Bundesministerium der Verteidigung) die Notwendigkeit bejaht und unterstützt. Ich hätte mir allerdings eine wesentlich frühere Einsicht gewünscht. Nun werden die einzelnen Teileinheiten neu ausgeplant. Die Ausbildungsplanung hingegen bedarf keiner Änderung, sie entspricht (übrigens seit 2004 !) voll und ganz den heutigen Vorgaben der Bundeswehr und des Reservistenverbandes!

ZMZ – Ausbildung Kreisgruppe Südheide
2004 – Die Ausbildung erfolgte zunächst monatlich an einem Abend mit einem Zeitansatz von zwei bis drei Stunden. Später wurde das Ausbildungsintervall auf eine Ausbildung pro Quartal verringert. Es wurden Feuerwehr, THW (Technisches Hilfswerk), DRK (Deutsches Rotes Kreuz), Johanniter Unfallhilfe und ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) vorgestellt und insbesondere auf die Einsatzführung eingegangen. Gemeinsam wurden Handlungsmöglichkeiten und Optionen für den unterstützenden Einsatz von Reservisten diskutiert. Parallel zu den Hilfsorganisationen wurde ein Katastrophenalarmplan (KATAL) am Beispiel des VBK 23 dargestellt und erläutert. Insbesondere die Auswirkungen für die Bundeswehr wurden besprochen. Als praktischer Teil der Ausbildung in 2004 wurde eine Sanitätsausbildung durch einen Kameraden mit der Qualifikation eines Rettungssanitäters durchgeführt.
2005 – Schwerpunkte in diesem Jahr waren die Fernmeldeausbildung und die ABC/SE-Ausbildung mit materieller Unterstützung des Fördervereins der Reservisten. Nach einer allgemeinen Einweisung und vorgeschalteter praktischer Stationsausbildung, wurde eine Fernmeldeübung (Feldkabelbau) durchgeführt. Als Schwerpunkt wurde neben dem Herstellen von Verbindungen speziell das Annehmen und weiterleiten von Meldungen anhand einer Einlagenliste geübt.
Die ABC/SE-Ausbildung fand auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien statt. Hierzu begannen unsere Kameradinnen und Kameraden bei einer Station zum Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung sowie der Einweisung in eine Notdekontamination. Das Retten einer verletzten Person aus einem durch eine Explosion stark beschädigten Hauses (SE-Haus auf dem Truppenübungsplatz) schloss sich nahtlos an. Der Abschluss erfolgte über einen Spürweg, auf dem ein einfacher Spürauftrag abzuarbeiten war.

Die obligatorische Septemberübung fand in diesem Jahr als gemeinsame Ausbildung mit Feuerwehr (ELW 2 Einsatzleitfahrzeug der Berufsfeuerwehr Braunschweig), Polizei und THW in Vechelde statt. Es gelang uns allen innerhalb von nur 30 Minuten alle Teilnehmer über Kabel und/oder Funk miteinander so verbinden, dass eine reibungslose Kommunikation möglich war. Beste Voraussetzungen für eine größere gemeinsame Übung !
2006 – Nach zweijähriger Vorbereitungs- und Ausbildungszeit sollte in diesem Jahr erstmals nach der gelungenen Prämiere in 2005 eine größere Übung mit zivilen Hilfsorganisationen erfolgen. Zunächst wurden ausgewählte Themen wiederholt, um die Vorbereitung auf die Großübung im April abzuschließen.

An dieser Großübung, die auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien mit Unterstützung der Truppenübungsplatzfeuerwehr als Waldbrand- und Rettungsübung konzipiert war, nahmen ca. 90 Personen verschiedener Organisationen teil.
Im Einzelnen waren dies die Reservistenkameradschaft Herzog Ferdinand, die Reservistenkameradschaft Wesendorf, die Freiwilligen Feuerwehren aus Stederdorf, Wesendorf, Schönewörde, Betzhorn und Pollhöfen. Weiterhin waren beteiligt die Berufsfeuerwehr Braunschweig mit ihren ELW 2 als TEL (Technische Einsatzleitung), die Johanniter Unfallhilfe, das Rote Kreuz und die Führungsgruppe des Katastrophenschutzstabes des Landkreises Gifhorn. Allen voran natürlich unsere Truppenübungsplatzfeuerwehr Ehra-Lessien!
Zweiter Schwerpunkt in 2006 war der Hochwasserschutz. Nach einer theoretischen und allgemeinen Einweisung in den Deichschutz, wurde in einer praktischen Übung speziell das Befüllen und Verlegen von Sandsäcken geübt.

2007 – Die Ausbildung in diesem Jahr beschränkte sich nach den umfangreichen Aktivitäten in 2006 auf die Unterstützung von Reservistenwettkämpfen mit Stationen für ZMZ und Erläuterungen zu der Indienststellung der KVK und BVK (Kreis- und Bezirksverbindungskommandos) in Niedersachsen. Endlich wurde die Ausplanung der Bundeswehr für die Heimatverteidigung in die Tat umgesetzt. Die genannten Verbindungskommandos wurden dann auch ausschließlich mit Reservisten und pensionierten Soldaten besetzt, um die verkleinerte aktive Truppe bei dieser Aufgabe zu entlasten.
Ein Schwerpunkt war die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Tages der Reservisten in Stederdorf/Peine am 27. September 2007. An dieser Veranstaltung nahmen neben der Feuerwehr, das THW, der ABC-Zug des Landkreises Peine auch das Rote Kreuz teil und präsentierten sich einer interessierten Öffentlichkeit. Die Wetterplanung passte ideal zu diesem Tag der Katastrophenschützer, denn es regnete was vom Himmel wollte. Dennoch nahm die Bevölkerung in erstaunlicher Zahl an den Vorführungen der einzelnen Organisationen teil. Als wichtiges Ergebnis dieser Veranstaltung war festzustellen, dass sich die Kontakte zwischen den Organisationen vertieft hatten. Dies ließ sich u.a. auch daran messen, dass für 2008 weitere gemeinsame Termine vereinbart wurden.

2008 – Neben der Wiederholung der Ausbildungsthemen von 2005 wurde in einer Jahresübung der Bereich Brandschutz und Dekontamination integriert. In Fortführung der Öffentlichkeitsarbeit von aus 2007 erfolgte auch in diesem Jahr eine Einweisung der Bevölkerung in die Notwendigkeit der eigenen Notvorsorge zur Erhöhung der Durchhaltefähigkeit in den ersten Stunden bzw. des ersten Tages einer Katastrophe.
Außerdem wurden Absprachen mit Feuerwehr und THW getroffen, die sich auf eine „Mindest-Grundausbildung“ für Reservisten bezogen. Angedacht war die Durchführung der Ausbildung bei den Hilfsorganisationen, um eine Grundqualifikation der Reservisten zu erreichen. Dieser Ausbildungsansatz erschien zu dem Zeitpunkt sinnvoll, auch wenn er von dem Grundsatz der Bundeswehr (keine Katastrophenschutzausbildung für Soldaten) etwas abwich. Dies war dann auch die Geburtsstunde der ModRegIniRes, des Modellversuchs Regionaler Initiativen von Reservisten. Hier wandelte sich der Auftrag für die Reservistenkameradschaft Herzog Ferdinand, die sich plötzlich als RegIniRes für Niedersachsen wiedersah.
2009 – Als Schwerpunkt diesen Jahres wurde im Juni 2009 die ABC/SE-Ausbildung intensiviert. Eine Übung mit den Ausbildungsthemen Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung sowie dem Spüren im Gelände wurde auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien durchgeführt. Parallel dazu erfolgte an einer zweiten Station die Ausbildung Retten und Bergen sowie eine integrierte Sanitätsausbildung.

Im Jahr 2009 endete auch der Modellversuch (ModRegIniRes), der aus heutiger Sicht als Vorläufer für die RSU-Kompanien gesehen werden kann. Mit dem Ende der RegIniRes wurde im Grunde erst der Name RAG EUZ öffentlich, an den Teilnehmern hatte sich jedoch kaum etwas verändert ! Sowohl die gewählten Ausbildungsthemen als auch das Kontakthalten zu den Hilfsorganisationen deckten sich absolut mit der aktuellen Befehlslage des LKdoNI. Als Nebeneffekt ist hier die Netzwerkbildung zugunsten der KVK und BVK vor Ort anzuführen, womit wir ohne Überheblichkeit sagen dürfen, dass unsere Ausbildung voll und ganz im Interesse des LKdoNI erfolgt!

2010 – In diesem Jahr lag der Schwerpunkt unserer Ausbildung auf den Gebieten Führen und Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Dazu wurde eine Jahresübung im September 2010 mit den Themen Aufbau einer Einsatzzentrale und Betrieb eines Fernmeldenetzes geübt. Gemeinsam mit der Werksfeuerwehr der PTB und dem THW Braunschweig wurde eine größere Lage bearbeitet. Die Zusammenarbeit mit beiden Organisationen gestaltete sich dabei hervorragend. Diese Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Zusammen mit den Kameraden der Kreisgruppe Celle informierten wir uns bei dem Wehrwissenschaftlichen Institut (WIS) über den aktuellen Stand der A-Detektion sowie über einen möglichen Einsatz bei einem Terrorangriff.

2011 – In diesem Jahr war eine Ausbildung im ZMZ – Stützpunkt Höxter (ABCAbwBtl 7) vorgesehen, um die theoretische Ausbildung am WIS aus dem Vorjahr in der Praxis zu ergänzen. Aufgrund von dringenden Einsatzaufgaben musste das ABCAbwBtl 7 jedoch die bereits geplante Ausbildung absagen.
Als Ersatz für diese Ausbildung besichtigte die RAG EUZ im November diesen Jahres das Kernkraftwerk Grohnde und ließ sich ausführlich über Ablauf und Sicherheitsmaßnahmen informieren. Die ausgefallene Ausbildung in Höxter ist erneut in den Ausbildungsplan für das Folgejahr aufgenommen worden.
2012 – Das Jahr 2012 war gekennzeichnet durch den erneuten Ausfall der Ausbildung beim ABCAbwBtl 7 in Höxter. Nachdem die Ausbildung bereits in 2011 abgesagt werden musste, verschaffte sich der Leiter der RAG EUZ vor Ort einen Überblick. Die zunächst zugesagte Ausbildung musste im Laufe des Jahres jedoch wegen zusätzlicher Einsatzaufgaben wieder zurückgenommen werden. Damit konnte die geplante ABC-Weiterbildung erneut nicht durchgeführt werden.
Damit blieb als Schwerpunkt der Ausbildung in diesem Jahr die Deichverteidigung, die im April gemeinsam mit dem THW Braunschweig durchgeführt wurde. Diese Ausbildung war sehr erfolgreich und wie die Zeit zeigte offensichtlich eine Vorahnung auf die Hochwasserereignisse in 2013. An diesem Einsatz waren einige Mitglieder der RAG EUZ beteiligt.
In diesem Jahr wurde von der Bundeswehr der zweite Schritt nach der Einführung der KVK und BVK vollzogen. Die ersten sogenannten RSUKp (Reservisten-Sicherungs-und Unterstützungskompanien) wurden in Dienst gestellt. Ihre Aufgaben reichen vom Heimatschutz bis zur Hilfe bei Katastrophenfällen.
2013 – Mit einigen Anlaufschwierigkeiten wurde in diesem Jahr nun doch am 31. August die Ausbildung am WIS durchgeführt. Hierzu luden wir Kameraden des THW, der Feuerwehr und der Polizei ein. Auch an dieser Stelle zeigt sich die Unterstützung für die Bundeswehr im Rahmen der Netzwerkbildung.

Bereits im Juni musste die gerade in Dienst gestellte RSUKp Solling (eine von drei in Niedersachsen aufzustellenden Kompanien) in den Hochwassereinsatz. Einige Kameradinnen und Kameraden ausder RAG EUZ, die sich nunmehr in der RSUKp Solling freiwillig verpflichtet hatten, nahmen an diesem Einsatz teil. Damit wurde das ursprünglich gesteckte Ziel der RAG EUZ aus der freiwilligen unabhängigen Reservistenarbeit hinzu zu einer Beorderung erfüllt. Gleichzeitig konnten die Kameraden ihre erlernten Kenntnisse sofort mit einbringen. Unseren Auftrag dürften wir damit voll und ganz erfüllt haben. Wenn diese Kameradinnen und Kameraden auch aus Verbundenheit noch zur RAG EUZ halten, so sind sie aufgrund des Wechsels zur RSUKp Solling nicht mehr einzuplanen. Ob dieser Aderlass in Zukunft aufgefangen werden kann wird sich noch zeigen müssen.
2014 – In diesem Jahr wurde die RAG EUZ von der Kreisgruppe Südheide in die Kreisgruppe Braunschweig überführt. Außerdem wurden wieder einmal die Bestimmungen der Bundeswehr in Sachen Reservisten überarbeitet und erweitert, d.h. die ursprüngliche Planung konnte nicht durchgeführt werden. Mit Genehmigung des Landeskommandos Niedersachsen wurde dann für April 2014 eine ABC-Weiterbildung speziell auf B- und C-Gefahren angesetzt und aus heutiger Sicht mit gutem Erfolg durchgeführt.

Für September befindet sich eine Stabsausbildung mit Schwerpunkt auf die Führung und Gestaltung einer Lagekarte in Vorbereitung. Hier wird die Zusammenarbeit mit einem KVK angestrebt. Wie im April 2014 sollen auch zu dieser Ausbildung die Kameraden des THW und/oder der Feuerwehr und/oder Polizei eingeladen werden. Hierbei kann ein reger Austausch der Erfahrungen aller Organisationen erfolgen.
2015 – Die RAG EUZ hat am 9. Mai 2015 eine Hochwasserschutz – Ausbildung gemeinsam mit dem THW Braunschweig im Hafen Thune durchgeführt. Dabei wurden grundsätzliche Ausbildung mit praktischer Errichtung eines Sandsackdammes, einer Quellkade oder einer Damm-Auflage mit Filter kombiniert. Zusätzlich hatten die Reservistinnen und Reservisten die Möglichkeit die an demselben Ort stattfinden Ausbildungen des THW zur Stromversorgung und des Hochwasserschutzes mit Hochleistungspumpen in Augenschein zu nehmen.

Am 5. September 2015 wurde unter Nutzung der Erfahrungen aus der Fernmelde- und Stabs-Übung 2013 und der Ausbildung Lagekarte 2014 ein Auffrischung in der Bedienung kabelgebundener Fernmeldemittel durchgeführt sowie im zweiten Teil die Ausbildung Betrieb einer Einsatzzentrale und Lagekartenführung. Der selbst auferlegte zweijährige Übungsrhythmus ein, der zwischenzeitlich mit den unterschiedlichsten Ausbildungsinhalten aufgelockert wird, wurde damit wiederum eingehalten.

Mit der Veröffentlichung im Oktober 2015 wurden unseren Kameraden Andreas Teutloff mit der Stufe Silber und unser Kamerad Gerhard Bietz mit der Stufe Gold des Ehrenkreuzes der Bundeswehr geehrt. Die Tätigkeit in der RAG EUZ war vermutlich nicht ausschlaggebend aber sicherlich förderlich für diese Auszeichnungen!

2016 – Die RAG EUZ hat am 23. April 2016 zur Auffrischung der Kenntnisse gemeinsam mit Teilnehmern des THW Braunschweig und des ABC-Zuges der Feuerwehr des Landkreises Wolfenbüttel eine ABC-Weiterbildung durchgeführt. Mit dem Schwerpunkt biologische Kampfmittel sowie Spüren und Messen im Gelände, waren mehrere Ausbildungsstationen zu durchlaufen. Höhepunkt war sicherlich die Überwindung der künstlich verqualmten Übungsstrecke der Werksfeuerwehr mit ABC-Schutzanzug sowie ABC-Schutzmaske. Zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten erfolgte eine theoretische Einweisung in biologische Kampfmittel und deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Am Ende der Ausbildung führte der ABC-Zug der Feuerwehr des Landkreises Wolfenbüttel seine Möglichkeiten im Bereich Messen und Spüren vor. Auf diese Weise lernte man voneinander wichtige Vorgehensweisen.
Zum Abschluss der Ausbildungsveranstaltung wurden Erreichbarkeiten ausgetauscht, um die gemeinsame Ausbildung fortzusetzen. Für das kommende Jahr soll eine gemeinsame Katastrophenschutzübung in Angriff genommen werden.

Die für September geplante Fernmeldeausbildung mussteleider abgesagt werden. Die Nachholung soll gemeinsam mit der Führungsgruppe des THW Braunschweig in 2017 erfolgen.

2017 – Die RAG EUZ plant für Samstag den 13. Mai 2017 eine Planübung mit verschiedenen Schwerpunkten. Eine Aufgabe der RAG EUZ wird es sein, die interne Kommunikation für eine Einsatzleitstelle sowie die externe Kommunikation zu weiteren Hilfskräften aufzubauen und zu betreiben. Die Lagekartenführung sowie das Betreiben der Einsatzleitstelle Reservisten soll ebenfalls durch Kräfte der RAG EUZ durchgeführt werden. Dazu wird gemeinsam mit dem THW eine Lage mit Einlagen und verschiedenen Schwierigkeitsgraden erstellt, die dann im Rahmen der Übung zu bewältigen ist.
In der Grobplanung ist der 9. September 2017 vorgesehen für eine weitere Ausbildung. Hier plant die RAG EUZ eine Feuerlöschübung mit der Pumpe TS 2/5 (ehemals Löschkarren Bw) im Rahmen der ZMZ und des Zivilschutzes.
In diesem Jahr soll außerdem zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt das 10jährige Jubiläum der offiziellen Einrichtung der RAG EUZ in 2007 gefeiert werden.

2018 – Die RAG EUZ plant für 2018 in der Grobplanung vorrangig die Inübunghaltung, d.h. Fernmelde- und Lagekartenausbildung sowie ABC-Ausbildung sollen angeboten werden.

Ausbildung für das Jahr 2010

Sowohl der Förderverein der Reservisten wie auch die Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Einsatz- und Unterstützungszug konnten ihre Ausbildungsvorhaben für 2009 größtenteils gemeinsam und erfolgreich durchführen. Pandemie- und Tierseuchenbekämpfung in der FTZ (Feuerwehrtechnischen Zentrale) im März und ABC/SE-Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien im Juni waren die Schwerpunkte 2009.
In 2010 werden die Schwerpunkte auf der Sanitätsausbildung, der Fernmeldeausbildung und der Pionierausbildung liegen. Wie in diesem Jahr wird auch in 2010 eine zweitägige Ausbildung in Ehra-Lessien durchgeführt. Aufgrund der kameradschaftlichen Kontakte mit einer Sanitätseinheit aus Neustadt wollen wir am ersten Juniwochenende die Selbst- und Kameradenhilfe sowie das Verladen von Verletzten in ein geländegängiges Krankentransportfahrzeug üben. Parallel dazu wollen wir eine SE-Ausbildung mit Unterstützung der Truppenübungsplatzfeuerwehr als Ausbildung anbieten.
Der gemeinsame Ausbildungstag am 17. Oktober 2009 mit der Führungsgruppe des THW Braunschweig trug für uns ungeahnte Früchte. Eine gemeinsame Fernmeldeübung für 2010 befindet sich nunmehr in Vorbereitung. Insbesondere die Notversorgung eines Einsatzstabes soll dabei geübt werden. Zusätzlich wird der Kabelbau über eine längere Strecke geübt. Die Einsatz – Erfahrungen des THW haben gezeigt, dass auch die hoch technologisierten Fernmeldesysteme einen kompletten Netzausfall über einen längeren Zeitraum nicht immer verhindern können. So geschehen im Hochwassereinsatz an der Elbe. Das in unserem Materialpool befindliche Fernmeldegerät ist zwar etwas in die Jahre gekommen aber dennoch und vor allem unter extremen Bedingungen einsatzbereit. Hier freuen wir uns auf die gemeinsame Übung mit den Kameradinnen und Kameraden des THW.
Als zusätzliches Angebot wurde uns die Ausbildung im Rahmen eines Hochwassereinsatzes angeboten. Sicherlich für unsere Region kein besonderer Schwerpunkt, als mögliche Unterstützung für andere Regionen aber durchaus interessantes Ausbildungsthema. Dieser Herausforderung wollen wir uns mit dem Ausbilder des THW in 2010 stellen. Positiver und gewollter Nebeneffekt ist das persönliche Kennenlernen der handelnden Personen beim THW sowie deren Einsatzgrundsätze in der Praxis. Einer Zusammenarbeit im Rahmen der ZMZ (Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit) dürfte dann im Falle eines Falles nichts mehr im Wege stehen.
Auch im Jahr 2010 wollen wir erneut eine Öffentlichkeitsveranstaltung zum Thema Selbstschutz und Katastrophenvorsorge anbieten. Detailinformationen dazu werden auf unserer Homepage veröffentlicht.
Die geplante Ausbildung enthält neben spezifischen Teilen bezogen auf die ZMZ auch viele allgemeingültige Ausbildungsabschnitte. Wir bieten daher allen Interessierten an, an den einzelnen Ausbildungsabschnitten teilzunehmen. Reservisten melden sich nach Veröffentlichung der genauen Termine auf unserer Homepage bitte über die Kreisgeschäftsstelle der Reservisten oder den Feldwebel für Reservistenangelegenheiten in Ehra-Lessien an. Zivile Interessierte besprechen ihre Teilnahme bitte mit dem Vorstand des Fördervereins der Reservisten oder dem Leiter der RAG.
Gerhard Bietz (Leiter RAG)

Ausbildung für das Jahr 2009

Die Ausbildung führen wir ab diesem Jahr in Kooperation mit der neu gegründeten Reservistenarbeitsgemeinschaft Einsatz- und Unterstützungszug der Kreisgruppe Südheide durch. Im Rahmen einer Modellinitiative, die wir im letzten Jahr dem stellvertretenden Kommandeur im Wehrbereich I Küste, Herrn Brigadegeneral Wolfgang Brüschke, vorstellen durften, sollen verschiedene Fähigkeiten und Möglichkeiten ausgelotet werden. Ziel ist die Aufstellung eines Zuges, der im Bereich der ZMZ (Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit) die zivilen Hilfskräfte unterstützt, wenn diese an ihre Kapazitätsgrenze geraten. Teilnehmen kann an dieser Ausbildung jeder Reservist(-in) sowie Mitglieder ziviler Hilfsorganisationen. Eine Mitgliedschaft im Verband der Reservisten oder im Förderverein der Reservisten ist dabei keine zwingende Voraussetzung.

Bereits am 7. März 2009 führten wir die Ausbildung bezüglich der Bekämpfung von Tierseuchen und Pandemien durch. Ein hochinteressanter Fachvortrag zum Thema Mutation von Viren am Beispiel der Vogelgrippe zog alle Teilnehmer in seinen Bann. Die derzeitige Grippelage in Mexiko zeigt uns, welches hochaktuelle Thema wir damit am 7. März 2009 begonnen haben. In Zusammenarbeit mit dem verantworlichen Leiter des ABC-Zuges des Landkreise Peine diskutierten wir den Tierseuchenbekämpfungsplan des Landkreises sowie die Umsetzung der Einrichtung von Desinfektionsschleusen. Hier könnte sich nach einer konkreten Aufgabenverteilung für den Einsatz durchaus ein Unterstützungsmöglichkeit für die Reservisten ergeben. Die bebilderte Berichterstattung zu dieser Ausbildung kann auf der Internetseite der Kreisgruppe Südheide aufgerufen werden.
Nach der überwiegend theoretische Ausbildung im März wollen wir uns am 5. und 6. Juni 2009 mit der Praxis beschäftigen. Aufgrund der akuten Gesundheitslage wird zunächst der Fachvortrag in den wichtigsten Punkten wiederholt, um anschließend auf die sogenannte Schweinegrippe zu sprechen zu kommen. Danach erfolgt die dem Grunde nach militärische ABC-Ausbildung, die allerdings auch auf den zivilen Sektor übertragen werden kann. Anlegen des Schutzanzuges, Notdekontamination, Spürausstattung und Markierung entlang eines Spürweges sollen intensiv geübt werden. Integriert ist eine kombinierte Rettungs- und Bergungsübung aus dem verqualmten SE-Haus.
Am 17. Oktober 2009 wollen wir die diesjährigen Ausbildungstage beenden. Gemeinsam mit dem THW werden wir die Stabsarbeit üben. Aufgrund der Anfrage des THW Braunschweig können wir hier unsere Erfahrungen weitergeben, ganz im Sinne der ZMZ. Andererseits freut es uns, dass wir auch etwas an die zivilen Hilfskräfte weiterreichen können. Bisher durften wir meist bei Ihnen zu Gast sein, nun können wir uns im positiven Sinne revanchieren.

Gerhard Bietz

Entwicklung seit 2004

Die Ausgangssituation in 2004 stellte sich so dar, dass im Rahmen der Transformation nahezu alle nichtaktiven Truppenteile aufgelöst wurden. Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr erweiterte sich erheblich, was nicht ohne Auswirkung auf die freiwillige Reservistenarbeit bleiben konnte.
Doch wohin sollte die Reise gehen? Konkrete Vorgaben gab es kaum, lediglich die „neue Aufgabe ZMZ“ kristallisierte sich heraus. Dennoch versuchten viele Kameradschaften am alten Konzept festzuhalten. Der Vorstand der Kreisgruppe Südheide entschloss sich zu einem Mix aus beiden Varianten, d.h. weiteres Anbieten – wenn auch in stark verringertem Maße – von militärischer Ausbildung in Form von Schießausbildungen, gleichzeitig aber Start der ZMZ–Ausbildung.

Ich machte daher dem Vorstand verschiedene Vorschläge für die Gestaltung dieser neuen Ausbildung im Bereich ZMZ, denn wie gesagt detaillierte Vorgaben gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aus den allgemeinen Informationen  zur ZMZ (I) und (A) ließ sich unschwer ableiten, dass es bei der ZMZ (I)  u.a. auch auf die Unterstützung ziviler Organisationen im Katastrophenfall hinauslief. Für die Ausgestaltung dieser Ausbildung waren meiner Meinung nach jedoch personelle und inhaltliche Prämissen zu beachten.

1. Personelle Prämissen
Freiwilligkeit der Teilnahme, denn nur wer aus innerer Überzeugung dabei  ist wird auch konsequent zur Stange halten.
Nach Möglichkeit Vorkenntnisse in der Katastrophenvorsorge.
Bildung von zwei Teileinheiten (Kreis Gifhorn und Helmstedt und Kreis Peine), die im jeweiligen Einsatzfall den anderen Landkreis unterstützen können; immerhin sollten wir den zivilen Organisationen nicht die Einsatzkräfte entführen und gerade Kameraden/-innen, die z.B. Mitglieder der Feuerwehren sind, würden sich voraussichtlich für diese Ausbildung interessieren.
Bereitschaft sich als Reservisten gemäß Weisung Lkdo Nds (damals noch VBK 23) im Katastrophenfall zur Verfügung zu stellen.
2. Inhaltliche Prämissen
Herstellung eines einheitlichen Kenntnisstandes.
Ausbildung und Einweisung auch in Grundfertigkeiten der zivilen Hilfsorganisationen; wie will ich als militärischer Vorgesetzter den Einsatz z.B. als Unterstützung der Feuerwehr bei einem Waldbrand verantworten, wenn ich meine Truppe vorher nicht wenigstens mit einer Mindest-Grundausbildung ausstatte.

Einweisung in die Abläufe im zivilen Katastrophenschutzstab und in den KATAL des Lkdo Nds (damals noch VBK 23).
Kombination mit der Ausbildung „aller Truppen“ aus dem Bereich FMF.
Sicherlich handelt es sich um sehr einschränkende Prämissen, aber sie erschienen mir dennoch nötig, da sich die Bundeswehr strikt an den Leitspruch „die Bundeswehr bildet keine Soldaten im Katastrophenschutz aus“ hielt. Für eine Genehmigung als DVag war es daher nötig, die Ausbildung entsprechend zu gestalten und zu benennen. So plante ich SE-Ausbildungen in Anlehnung an die ABC/SE-Ausbildung, die zivile Ausbildungsanteile enthielt aber dennoch den militärischen Vorgaben genügte. So wurden folgende Ausbildungsinhalte aller Truppen ausgeplant:
ABC/SE – Ausbildung  a. Tr.
Fernmeldeausbildung
Pionierausbildung  a.  Tr.
Sanitätsausbildung
Diese Ausbildungsinhalte wurden seit dem Jahr 2004 mit unterschiedlichen Gewichtungen in den Jahresausbildungsplan aufgenommen.
Nach der „Gründungphase“ musste die Personalplanung vorgenommen werden. Ich entwarf daher die Personalplanung für einen KatS-Zug der Kreisgruppe Südheide, der Teileinheiten kongruent zu den kommunalen Landkreisen enthielt. Damit wurde von vorneherein ausgeschlossen, dass z.B. bei der Feuerwehr eingeplantes Personal eines Landkreises diese Einheit so schwächten, dass sie ihren Einsatzwert verloren hätte – es stand immer noch das Personal aus einem anderen Landkreis zur Verfügung!
Hierzu wurde zunächst in Listen erfasst, wer an den einzelnen Ausbildungen teilgenommen hatte. Da wir uns fast alle persönlich kennen, war eine Gewichtung recht einfach. Es war schnell zu erkennen, wer sich mit der Materie auseinandersetzt und aktives Interesse daran hat. Letztendlich gab die Häufigkeit der Teilnahme ein wichtiges Indiz für die interne Einplanung.
Nachdem das Personal durchgeplant war, musste die Ausbildung vorbereitet werden. Hier bot sich ein Aufbau in Modulen an, d.h. Ausbildungsabschnitte die inhaltlich aufeinander aufbauten. Dies wurde im Rahmen der Ausbildung mehrfach deutlich gemacht, wiederholende Passagen machten jedoch auch einen Seiteneinstieg möglich. Angestrebtes Ziel war eine Großübung auf dem Truppenübungsplatz Ehra–Lessien, die schließlich am 1. April 2006 durchgeführt wurde.

Die konsequente Durchhalten der offizielle Aussage „die Bundeswehr bildet keine Soldaten im Katastrophenschutz aus“ führte diesen Ausbildungsansatz jedes Jahr wieder an den Punkt, was machen wir da eigentlich. Ergebnis war, dass die Teilnehmerzahlen sanken und die Beauftragung letztendlich an die Reservistenkameradschaft Herzog Ferdinand ging. Die Mitglieder dieser Kameradschaft stellten ohnehin gemeinsam mit dem Förderverein der Reservisten die TE Landkreis Peine, daher war der Auftrag hier gut aufgehoben.
Nunmehr kann ich die Pläne aus 2004 und 2005 wieder entstauben. Dies ist natürlich erfreulich, auch dass man selbst im BMVg die Notwendigkeit nunmehr bejaht, ich hätte mir allerdings eine frühere Einführung gewünscht. Nun werden die einzelnen Teileinheiten neu ausgeplant, die Ausbildungsplanung muss nicht geändert werden, sie entspricht (übrigens seit 2004) voll und ganz den heutigen Vorgaben der Bw und des Verbandes!
Gerhard Bietz OTL d.R.

Ausbildungsübersicht

2004 – Die Ausbildung erfolgte zunächst monatlich an einem Abend mit einem Zeitansatz von zwei bis drei Stunden. Später wurde der Ausbildungsintervall auf eine Ausbildung pro Quartal verringert. Es wurden Feuerwehr, THW, DRK, JUH und ASB vorgestellt und insbesondere auf die Einsatzführung eingegangen. Gemeinsam wurden Handlungsmöglichkeiten und Optionen für den unterstützenden Einsatz von Reservisten diskutiert. Parallel zu den Hilfsorganisationen (HIOG´s) wurde ein KATAL am Beispiel des VBK 23 dargestellt und erläutert. Insbesondere die Auswirkungen für die Bundeswehr wurden besprochen. Als praktischer Teil der Ausbildung in 2004 wurde eine Sanitätsausbildung durch einen Kameraden mit der Qualifikation Rettungssanitäter durchgeführt.
2005 – Schwerpunkte in diesem Jahr waren die Fernmeldeausbildung und die ABC/SE – Ausbildung mit materieller Unterstützung des Fördervereins der Reservisten. Nach einer allgemeinen Einweisung und vorgeschalteter, praktischer Stationsausbildung wurde eine Fernmeldeübung (Feldkabelbau) durchgeführt. Als Schwerpunkt wurde neben dem Herstellen von Verbindungen speziell das Annehmen und Weiterleiten von Meldungen anhand einer Einlagenliste durchgeführt.
Die ABC/SE–Ausbildung fand auf dem Truppenübungsplatz Ehra–Lessien statt. Es fand eine Stationsausbildung mit dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung sowie einer Notdekontamination statt. Das Retten einer verletzten Person aus einem, durch eine Explosion, stark beschädigten Haus (SE–Haus auf dem TrpÜbPl) sowie das Durchführen eines Spürauftrages mit einem Spürtrupp erfolgte jeweils in einer praktischen Übung.
2006 – Zunächst wurden ausgewählte Themen wiederholt, um die Vorbereitung auf die Großübung im April abzuschließen. An dieser Großübung auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien, die als Waldbrand- und Rettungsübung geplante wurde, nahmen ca. 88 Personen verschiedener Organisationen teil.
Im Einzelnen waren dies die RK Herzog Ferdinand, der Förderverein der Reservisten, die RK Wesendorf, die Freiwilligen Feuerwehren aus Stederdorf, Wesendorf, Schönewörde, Betzhorn und Pollhöfen. Weiterhin waren beteiligt die Truppenübungsplatzfeuerwehr, die Berufsfeuerwehr Braunschweig mit einem Einsatzleitfahrzeug, die JUH, das DRK und die Führungsgruppe des KatS-Stabes des Landkreises Gifhorn.
Zweiter Schwerpunkt in 2006 war der Hochwasserschutz. Es erfolgte eine allgemeine Einweisung in den Deichschutz und speziell das Befüllen und Verlegen von Sandsäcken in einer praktischen Übung.
2007 – Die Ausbildung in diesem Jahr beschränkte sich auf die Unterstützung von Reservistenwettkämpfen mit Stationen für ZMZ und Erläuterungen zur der Indienststellung der KVK und BVK.
Ein Schwerpunkt war die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Tages der Reservisten in Peine/Stederdorf am 27. September 2007. An dieser Veranstaltung nahmen neben der Feuerwehr das THW, der ABC–Zug des Landkreises Peine und das DRK teil.
Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten weitere Kontakte geknüpft und die Zusammenarbeit für 2008 abgesprochen werden.
2008 – Für Sommer/Herbst 2008 ist eine Jahresübung mit dem Schwerpunkt ABC/SE in Planung.
Neben der Wiederholung der Ausbildungsthemen von 2005 soll auch der Bereich Brandschutz und Dekontamination integriert werden. Weiterer Schwerpunkt in 2008 ist die Öffentlichkeitsarbeit. Die Bevölkerung soll über die Notwendigkeit einer eigenen Notvorsorge zur Erhöhung der Durchhaltefähigkeit in den ersten Stunden bzw. des ersten Tages einer Katastrophe informiert werden.
Absprache mit Feuerwehr und THW über eine „Mindest–Grundausbildung“ für Reservisten. Dabei führen die Hilfsorganisationen Ausbildung und Abschluss durch, um eine Grundqualifikation der Reservisten zu erreichen.
2009 – Die Ausbildung führen wir ab diesem Jahr in Kooperation mit der neu gegründeten Reservistenarbeitsgemeinschaft Einsatz- und Unterstützungszug der Kreisgruppe Südheide durch.
Im Rahmen einer Modellinitiative, die wir im letzten Jahr dem stellvertretenden Kommandeur im Wehrbereich I Küste, Herrn Brigadegeneral Wolfgang Brüschke, vorstellen durften, sollen verschiedene Fähigkeiten und Möglichkeiten ausgelotet werden.
Ziel ist die Aufstellung eines Zuges, der im Bereich der ZMZ (Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit) die zivilen Hilfskräfte unterstützt, wenn diese an ihre Kapazitätsgrenze geraten.
Am 7. März 2009 führten wir die Ausbildung bezüglich der Bekämpfung von Tierseuchen und Pandemien durch. Ein hochinteressanter Fachvortrag zum Thema Mutation von Viren am Beispiel der Vogelgrippe zog alle Teilnehmer in seinen Bann.
In Zusammenarbeit mit dem verantworlichen Leiter des ABC_Zuges des Landkreises Peine diskutierten wir den Tierseuchenbekämpfungsplan des Landkreises sowie die Umsetzung der Einrichtung von Desinfektionsschleusen.
Nach der überwiegend theoretische Ausbildung im März haben wir uns am 5. und 6. Juni 2009 mit der Praxis beschäftigen. Aufgrund der akuten Gesundheitslage wird zunächst der Fachvortrag in den wichtigsten Punkten wiederholt, um anschließend auf die sogenannte Schweinegrippe zu sprechen zu kommen.
Danach erfolgt die dem Grunde nach militärischen ABC-Ausbildung, die allerdings auch auf den zivilen Sektor übertragen werden kann. Anlegen des Schutzanzuges, Notdekontamination, Spürausstattung und Markierungentlang eines Spürweges sollen intensiv geübt werden.
Parallel zu dieser Ausbildung erfolgte an einer zweiten Station eine Übung zum Thema „Retten und Bergen“ sowie der integrierten Sanitätsausbildung.
Am 17. Oktober 2009 haben wir die diesjährigen Ausbildungstage beenden. Gemeisam mit dem THW haben wir die Stabsarbeit geübt. Aufgrund der Anfrage des THW Braunschweig können wir hier unsere Erfahrungen weitergeben, ganz im Sinne der ZMZ.
2010 – In diesem Jahr lag der Schwerpunkt unserer Ausbildung auf den Gebieten Führen und Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Dazu wurde eine Jahresübung im September 2010 mit den Themen Aufbau einer Einsatzzentrale und Betrieb eines Fernmeldenetzes durchgeführt.
Gemeinsam mit Werksfeuerwehr und THW wurde eine größere Lage bearbeitet. Die Zusammenarbeit mit beiden Organisationen gestaltet sich dabei hervorragend.
Zusammen mit den Kameraden der Kreisgruppe Celle informierten wir uns beim WIS (Wehrwissenschaftlichen Institut) über den aktuellen Stand der A – Detektion sowie den möglichen Einsatz bei einem Terrorangriff.
2011 – Im Mai 2011 wollen wir die ABC/SE-Ausbildung aktualisieren. Eine Übung in dem ZMZ Stützpunkt Höxter (ABC Abw Btl 7) soll uns nach der theoretischen Ausbildung in 2010 beim WIS nun die derzeit der Truppe zur Verfügung stehenden Geräte sowie deren Einsatz näher bringen.
Als Weiterführung dazu ist eine Zusatzausbildung beim WIS geplant, die spätestens in 2012 durchgeführt werden soll. Im Herbst werden wir gemeinsam mit dem THW Braunschweig eine praktische Übung zur Deichverteidigung durchführen. Dazu werden wir die in 2010 fertiggestellte Anlage des THW nutzen.
2012 – Das Jahr 2012 war gekennzeichnet durch den Ausfall der ABC/SE-Ausbildung in Höxter beim ABC Abw Btl 7. Nachdem die Ausbildung bereits in 2011 abgesagt worden war und sich der Leiter der RAG EUZ im Rahmen einer DVag vor Ort eine Überblick verschafft hatte, wurde die Ausbildungsunterstützung für 2012 zunächst noch zugesagt. Allerdings musste die Zusage im Laufe des Jahres zurückgenommen werden, da das Bataillon zusätzliche Einsatzaufgaben übertragen bekommen hatte. Die geplante ABC – Ausbildung konnte deshalb nicht durchgeführt werden. Als Schwerpunkt für 2012 blieb die gemeinsame Ausbildung mit dem THW Braunschweig. An einem Übungsdeich in Braunschweig – Thune wurden verschiedene Arten der Deichverteidigung erläutert und durchgeführt. Als Voraussetzung mussten wir jedoch vorher einige hundert Sandsäcke füllen und für den Verbau vorbereiten.
2013 – Nachdem auch die geplante Ausbildung am WIS in Munster nicht stattfinden konnte, werden wir die ABC/SE-Ausbildung in eigener Regie ausarbeiten und durchführen. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Ausrüstung des Spürtrupps sowie der Durchführung des Spürauftrages und der Kennzeichnung kontaminierter Gebiete liegen. Höhepunkt diesen Jahres ist aber zweifellos die zweitägige Fernmelde- und Meldeübung im September gemeinsam mit THW und Feuerwehr. Während der erste Tag vom Aufbau der Fernmeldenetze gekennzeichnet sein wird, soll der zweite Tag den Leitstellen die Möglichkeit geben, dass installierte Fernmeldenetz zu testen. Dazu wird eine entsprechende Lage mit Lage-Entwicklungen erarbeitet, um den Fernmeldeverkehr und das Absetzen von Lagemeldungen herbeizuführen.
2014 – In diesem Jahr planen wir neben der ZMZ-Ausbildung ein besonderes Augenmerk auf die IGF (individuelle Grundfertigkeiten) im militärischen Bereich zu legen. Hier wollen wir zumindest teilweise den Anschluss an die neu aufgestellten RSU-Kompanien herstellen. Die Detailplanung ist derzeit in Erarbeitung.  
Gerhard Bietz, OTL d.R.

Abkürzungen

aTr: aller Truppen
ASB: Arbeiter-Samariter-Bund
BMVg: Bundesministerium der Verteidigung
BVK: Bezirks-Verbindungskommando
Bw: Bundeswehr
DRK: Deutsches Rotes Kreuz
DVAG: Dienstliche Veranstaltung
EAKK: Einsatzvorbereitende Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung
ESGA: Einsatzspezifische Grundlagenausbildung
FMF: Förderung militärischer Fähigkeiten
HIOG’s: Hilfsorganisationen
IBA: Information, Betreuung, Auszeichnung
IGF: Individuelle Grundfertigkeiten
JUH: Johanniter Unfallhilfe
KATAL: Katastrophenalarmplan
KatS: Katastrophenschutz
KVK: Kreis-Verbindungskommando
Lkdo: Landeskommando
Nds: Niedersachsen
ROE: Rules of Engagement
RK: Reservistenkameradschaft
RAG: Reservistenarbeitsgemeinschaft
SE: Selbstschutz
TE: Teileinheit
THW: Technisches Hilfswerk
TrpÜPl: Truppenübungsplatz
VBK: Verteidigungsbezirkskommando
VVAG: Verbandsveranstaltung
ZMZ: Zivil-Militärische Zusammenarbeit